rezensionen meinerseits.

201x
rezension des stieg larsson romans „heroine“

(coming soon on video)

2013
ihre bitte um rezension des velvet underground songs „heroine“

sehr geehrte frau d.,
wie Sie wissen ist unser institut über jahrzehnte bekannt für erstklassige fachliche bewertungen von musik in allen stilistiken.
leider muss ich ihnen mitteilen, dass mir allerdings in all dieser zeit keine derart bodenlose frechheit untergekommen ist, mit der man mich und meine mitarbeiter hier belästigt.

aber zum machwerk:
nein – um es von vorneherein zu sagen – dieser song hat kein kultpotential nur weil er beschissen ist.
zunächst habe ich tage gebraucht um sicher zu sein, dass es sich hier um keinen shred* handelt.

wäre auch nur ein hauch inspiration zu spüren, könnte man das mitleid aufwänden, dass man einer aufgeregten schülerband vor ihrem ersten konzert vor 3 mitschülern, 2 müttern und dem hausmeister zuteil werden ließe.

hier wird das problem „timing-schwankungen“ zum quälenden programm erhoben, um so der ideenlosigkeit dieser darbietung vermeintlich etwas leben einzuhauchen. dieser versuch missglückt nicht nur, sondern scheitert kläglich, wie etwa die idee, einen stinkenden zombie mit etwas lippenstift ausgehfertig zu machen.

zwei akkorde (ein drittakkord hätte hier wahrscheinlich das talent der band auf‘s nervenzerfetzende überansprucht) werden hier so leblos, ja, geschrummelt, dass der erfinder der gitarrensaite, ernie ball, beim „im-grab-rumdrehen“ maßgeblich zur erderwärmung beiträgt.
achja, die firma KORG stellt übrigens nicht erst seit 2013 stimmgeräte her.

der gesang von lou reed taugt bestenfalls als alternative zur sonntagspredigt eines katholischen pfarrers den man vorher mehrfach mit einer monstranz penetriert hat, seine schnoddrigkeit wird nur noch durch seine unfähigkeit, auch nur einen richtigen ton zu treffen übertroffen.

„i just don‘t know“, lieber herr reed? das kommt mir auch so vor, ich weiss aber… undzwar, dass das hier vorsätzliche körperverletzung ist und sie hätten ernsthaft über eine karriere im konditoreihandwerk nachdenken sollen.

der keyboarder scheint, das legt jedenfalls der permanente ätzsound auf der orgel nahe, auf der taste kopfüber eingeschlafen zu sein (was man ihm nicht übelnehmen kann, bedenkt man, dass diese darbietung mindestens gegen 70% der genfer konventionen verstößt und in etwa so gesundheitsgefährdend wie ein rudel flusspferde auf kokain ist).

schlagzeuger (das sind die typen, die man oft in begleitung von musikern antrifft), die aus gründen der kreativen ratlosigkeit und in ermangelung simpelster musikalischer mittel zu filzschlegeln greifen um die floor-tom zu malträtieren, helfen in den seltensten fällen dem song oder der musik im allgemeinen weiter.
hier schlage ich vor, dass der Kollege, ob seines talentes und seiner darbietung in erwägung zieht in der zwischenzeit für seine bandkollegen bier holen zu gehen.

am ende des songs zersägt ein achtjähriger mit seiner katze eine schiefertafel oder ein zahnarzt soliert, das kann nicht genau gesagt werden; dies ist allerdings balsam für meine ohren wenn man den rest des machwerkes damit in vergleich setzt.
dieser balsam wird dann zur ayurveda-behandlung, wenn der song erstmal laaange vorbei ist und man weiß, dass man die beiträge für die krankenversicherung pünktlich überwiesen hat um morgen seinen ohrenarzt aufsuchen zu können.

fazit: der song ist so überflüssig wie ein handfeger in der wüste gobi.

wir hoffen, ihnen mit dieser rezension behilflich gewesen zu sein und bitten Sie, uns nie wieder zu konsultieren, mehr noch rufen sie uns nicht mehr an, verbrennen Sie unseren kontakt und spülen ihn danach im klo runter – vergessen sie bitte, dass unser institut existiert – wir haben nämlich angst.

beste grüße
m. scheltinga

*eine momentan sehr populäre technik videos mit originalmusik mit extrem schlechten, selbstgemachten sounds zu unterlegen und die musik so zu parodieren – ein fieser, geschmackloser scherz unter kollegen also.